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Unterrichtsentwurf-MVP

Unterrichtsentwurf MVP

Es ist empfehlenswert, den Unterrichtsentwurf (MVP) bei dem Erstprüfer bzw. der Erstprüferin einzureichen.

Formalia

Der Unterrichtsentwurf umfasst 10 Seiten (FS) bzw. 12 Seiten (GS vertieft), jeweils ohne Literatur- und Inhaltsverzeichnis und Anhang:

a) FS: Unterrichtsentwurf, der im Praxissemester erprobt werden soll; Umfang: 10 S.
b) GS: - ohne Vertiefung: keine gesonderte Studienleistung
            - bei Vertiefung: Didaktische Analyse (12 S.).

 

Din A4 – Schriftgröße 12 Punkt – Times New Roman – 1,5 zeilig – 2 cm Rand, rechts: 4 cm Rand

Auf dem Titelblatt sind Hochschule und Institut, Modul, Name, Anschrift, E-Mail, Studiengang, Semesterzahl, Matrikelnummer, im Modul belegte Veranstaltungen, (falls der Entwurf im Unterricht erprobt wird auch Name und Form der Schule, Anschrift) und Abgabedatum angegeben.

Das Inhaltsverzeichnis enthält Seitenzahlen.

Wörtliche und inhaltliche Zitate werden durch Anmerkungen in Fußnoten belegt.

  

Erwartungshorizont

Die im Rahmen des Seminars „Biblische / Systematisch-theologische Didaktik“ erworbenen Kompetenzen sollen im Blick auf ein möglichst zentrales, frei gewähltes biblisch-theologisches oder dogmatisches Thema reflektiert angewandt werden.

Dabei soll zunächst die theologische Struktur dieses Themas (auch in der Verknüpfung mit anderen, damit zusammenhängenden Themen) durchsichtig gemacht werden (ca. 4 Seiten). Anschließend sind die didaktischen Potentiale dieses Themas freizulegen (ca. 7 Seiten). Dabei sollen die Relevanz des Themas für die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler (unter Berücksichtigung ihrer psycho- und soziogenen Entwicklung) deutlich gemacht sowie die mögliche Heterogenität der Lerngruppe als didaktische Herausforderung reflektiert werden. Die anschließend zu formulierenden Lernziele (ca. 1 Seite) sind als Etappen der Kompetenzerwerbung zu verstehen. In einem Ausblick sollen wesentliche Elemente der Unterrichtsplanung benannt werden (ca. ½ Seite).

 

Weiterführende Literatur

z.B. Helmut Hanisch, Unterrichtsplanung im Fach Religion. Theorie und Praxis, UTB 2921, 2. Auflage, Göttingen/Oakville 2011, 18–24.                                                                                                                                                                                                                                                                                                     

Inhalt und Aufbau

Bei schriftlichen Unterrichtsentwürfen handelt es sich um Ergebnisprotokolle. Die Reihenfolge der Gliederungspunkte ist deshalb nicht identisch mit der Reihenfolge der Arbeitsschritte. So bietet es sich an, an den verschiedenen Dimensionen des Elementarisierungsmodells parallel zu arbeiten, da bspw. die Frage, wie elementare Zugänge zu untersuchen sind, von der Beschreibung der elementaren Struktur abhängt – und umgekehrt.

I. Allgemeines

Skizzieren Sie Unterrichtsentwürfe, indem Sie auf die folgenden Punkte eingehen:

1. Eine kurze, vom Modell der Elementarisierung ausgehende Beschreibung der Überlegungen, die Sie bei Ihrem Unterrichtsentwurf geleitet haben, mit Blick auf elementare Erfahrungen und elementare Zugänge der Schülerinnen und Schüler, elementare Strukturen (sachanalytische, also theologische/ fachwissenschaftliche Klärungen), elementare 'Wahrheiten' und elementare Lernformen;1

2. Begründungen für Ihre zentralen didaktischen Entscheidungen: Elementarisierende Zuspitzung („Was von dieser Sache sollen und können die Schülerinnen und Schüler lernen? Welche grundsätzlichen Lernwege legen sich nahe aus thematischer und schülerorientierter Perspektive?“, „Mit welchem konkreten Lernarrangement können die Schülerinnen und Schüler möglichst erfolgreich lernen?“ „Wie ist der Spannungsbogen der Religionsstunde angelegt?“)2 und Überlegungen, inwiefern es diese Themenwahl ermöglicht, exemplarisch zu lernen (also über dieses Thema hinaus ein grundlegendes Verständnis zu entwickeln für etwas, was im Blick auf Religion zentral ist);

3. eine Übersicht über

  - Ihre geplante Unterrichtsreihe mit

  • Thema3 der Unterrichtsreihe,
  • Lernziel(en)4 und religiösen Kompetenzen, die gefördert werden sollen,

  - die Themen und Lernziele der Einzelstunden Ihrer Unterrichtsreihe;

4. eine exemplarisch ausgearbeitete Unterrichtsstunde mit

  • Thema,
  • Lernziel(en) und zu fördernden religiösen Kompetenzen;
  • tabellarischem Verlaufsplan
  • ggf. Materialien.

 

Die unter 1. und 2. beschriebenen Schritte beziehen sich grundsätzlich auf verschiedene Ebenen der Planung: die Planung einer Unterrichtsreihe, einer Unterrichtsstunde und einer Phase innerhalb einer Stunde. Mit Blick auf die Reihe beschäftigen Sie sich z.B. in der sachanalytischen Klärung mit einem größeren Themenbereich und fragen im Zusammenhang damit sehr offen nach möglichen Voraussetzungen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler, auf die sich das Thema des Unterrichts produktiv beziehen lässt.5 Wählen Sie dann für eine (Phase einer) Unterrichtsstunde beispielsweise ein Bild zu einer biblischen Geschichte als Medium aus, dann müssen Sie hier wieder die unterschiedlichen Schritte im Blick haben: Wahrnehmung der (elementaren Erfahrungen der) Schülerinnen und Schüler und ihre Lernvoraussetzungen, soweit von Relevanz für die Deutung dieses Bildes; Sachanalyse dieses Bildes ….

 

Der tabellarische Verlaufsplan (3. und 4.) sollte sich an folgendem Muster orientieren:

 

Zeit

Phase

Geplantes L-Verhalten

Erwartetes Verhalten der SuS

Sozialformen/ Handlungsmuster/ Methode

Medien/ Material

  [Vgl. Bahr, 511-514 (Fn.2)] [Bitte L-Impulse und mögliche/ erwartete S-Antworten (wo sinnvoll) exemplarisch in direkter Rede notieren!]

[Was soll gemacht werden in Plenum, Kleingruppe, Einzelarbeit?]

 

 

II. Gliederung

1 Theologische Orientierung

1.1 Persönliche Begegnung mit der Thematik (persönlicher Bezug zum Themenbereich, Vorerfahrungen und Voreinstellungen, in der weiteren Arbeit zu prüfendes Vorwissen …)

1.2 Erarbeitung der elementaren Struktur der Thematik unter Einbezug von fachwissenschaftlicher Literatur

im Blick auf biblische Texte: exegetische Beschäftigung mit einem biblischen Text in seiner historischen Situation und seiner Stellung im gesamtbiblischen Kontext; Klärung zentraler und schwieriger Begriffe; ggf. relevante Stationen der Rezeptionsgeschichte des Textes; unverzichtbar ist eine systematisch-theologische Auseinandersetzung mit dem Text und den Fragen, die dieser Text für die Lehrenden und Lernenden heute aufwirft;

im Blick auf systematisch-theologische Themen: biblischer Bezug; systematisch-theologische Reflexion der für die Thematik grundlegenden Begriffe und Konzepte sowie ihre Bedeutung innerhalb der christlichen Theologie, ggf. mit Blick auf wichtige Stationen der Kirchen- und Theologiegeschichte; theologische Reflexion der Fragen (und möglicher Antworten), die die Thematik für die Lehrenden und Lernenden heute aufwirft.

1.3 Reflexion der Dimension elementarer Wahrheiten: Welche Fragen nach dem, was existentiell bedeutsam ist, werden im Kontext der Thematik eröffnet, und welche Antwort- und Deutungsoptionen bietet die christliche Theologie den Lernenden zur Auseinandersetzung an?

2 Fachdidaktische Orientierung

2.1 Elementare Erfahrungen, die für den Unterricht zur Thematik relevant sind

2.2 Elementare Zugänge unter Einbezug von religionspädagogischer, entwicklungspsychologischer u.ä. Literatur.

2.3 Verortung im Lehrplan: In welchen Inhaltsfeldern ist die Thematik wie verortet? Welche (konkreten) Kompetenzen sollen laut Lehrplan bei der Behandlung der Thematik gefördert werden?6

2.4 Überlegungen zur religionsdidaktischen Erschließung der Thematik: Welche religionsdidaktischen Diskussionen, welche religionsdidaktischen Konzeptionen oder Strukturen7 sind bedeutsam für die Frage, wie die Lernenden sich die Thematik für den RU angemessen erschließen können?

2.5 Elementarisierende Zuspitzung: Was können und sollen die SuS dieser Lerngruppe an dieser Thematik lernen? (Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung des Themas für die SuS; Benennung von Kompetenzen; didaktische Reduktion mit Blick auf die Thematik)

3 Didaktische Entscheidungen

3.1 Unterrichtsreihe: jeweils knapp und prägnant Thema und Lernziel(e) der U-Reihe

3.2 Einzelstunden der Unterrichtsreihe: jeweils knapp und prägnant Thema und Lernziel(e) der Einzelstunden benennen (Angabe von Methoden nur in Ausnahmefällen!)

3.3 Exemplarische Einzelstunde: Thema und Lernziel(e); kurze Erläuterung der didaktischen Entscheidungen (Entscheidung für bestimmte didaktische Prinzipien zur Erschließung des Themas, Wahl von Methoden und Medien, Aufbau der Stunde …); tabellarischer Verlaufsplan (s.o.)

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang

in der exemplarischen Stunde verwendete Materialien, z.B. Arbeitsblätter, Bilder; Schulbuch-Seiten

 

 

Prof. Dr. Dr. Joachim Willems | TU Dortmund | Unterrichtsentwürfe im Fach Ev. Religionspädagogik (Stand 9/2015)

 

 

Fußnoten:

1. Friedrich Schweitzer: Elementarisierung – ein religionsdidaktischer Ansatz. Einführende Darstellung. In: Ders., Elementarisierung im Religionsunterricht. Erfahrungen, Perspektiven, Beispiele. Neunkirchen-Vluyn 2003, 9-30.

2. Matthias Bahr: Religionsunterricht planen und gestalten. In: Georg Hilger/ Stephan Leimgruber/ Hans-Georg Ziebertz: Religionsdidaktik. Ein Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf. 5. Aufl., München 2008, 516.

3. Themen sind mehr als allgemeine Angaben von Inhaltsbereichen ('Exodus' ist also kein Thema!). Themenformulierungen spitzen zu, welche zentralen theologischen Aspekte für eine bestimmte Lerngruppe geeignet sind und was sie daran lernen kann ('Gott befreit sein Volk'). Themen sollten so formuliert sein, dass die Zielgruppe sie versteht und möglichst ansprechend findet. Deshalb ist die Formulierung von Themen bereits ein kreativer Akt und Ergebnis einer didaktischen Entscheidung.

4. Lernziele bestehen aus einem Inhaltsteil (worum geht es?) und einem Verhaltensteil (was sollen die Lernenden lernen zu tun bzw. machen können, wenn das Lernziel erreicht wurde?). Lernziele sind so zu formulieren, dass angegeben wird, was die Lernenden nach der U-Stunde/ U-Reihe können (sollen) – und vorher noch nicht gekonnt haben. Dabei muss deutlich werden, was die Lernenden tun müssen um zu zeigen, dass das Lernziel erreicht wurde, und woran dieser Lernerfolg gemessen werden soll (Operationalisierung). Im Idealfall lässt die Formulierung Raum, um unterschiedliche Niveaus zu unterscheiden, auf denen das Lernziel erreicht werden kann. Vgl. Joachim Stary/ Horst Kretschmer: Schulpraktikum. Eine Orientierungshilfe zum Lernen und Lehren. 10. Aufl., Berlin 2011, 61-66.

5. Im Blick auf elementare Erfahrungen geht es nicht nur darum, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler mit dem Themenbereich selbst gemacht haben. Fragen Sie auch: Welche Erfahrungen können dabei helfen, das Thema zu erschließen? Welche Erfahrungen schwingen beim Gespräch über das Thema oder ein bestimmtes Medium mit, und inwiefern hilft oder stört das, um ein bestimmtes Unterrichtsziel zu erreichen?

Beispiele: Geht es um den Themenbereich 'Sterben und Tod', so sind nicht nur Erfahrungen mit Sterben und Tod für den Unterricht relevant, sondern vielleicht auch Erfahrungen mit Abschieden und Trennungen. Oder: Der Themenbereich 'Schöpfung' könnte über Erfahrungen damit erschlossen werden, etwas geschenkt zu bekommen. (Damit verbunden ist dann eine theologische Zuspitzung und Beschreibung der elementaren Struktur: Schöpfung als Geschenk Gottes an uns Menschen, nicht als unbeweisbare Hypothese über die Entstehung der Welt.)

6. Verweisen Sie hier bitte nicht pauschal auf „Sachkompetenz“ oder „Dialogkompetenz“, sondern geben Sie konkret an, inwiefern eine Sachkompetenz oder Dialogkompetenz mit Blick auf welche Aspekte dieser Kompetenz und Ihrer Thematik gefördert werden kann und soll.

7. Vgl. Martin Rothgangel: Religionspädagogische Konzeptionen und didaktische Strukturen. In: Martin Rothgangel/ Gottfried Adam/ Rainer Lachmann (Hg.): Religionspädagogisches Kompendium. 7. Aufl., Göttingen 2012, 73-91.